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Von Weihnachten

Autor: JohannaBodendie | Datum: 28 Dezember 2014, 03:45 | 0 Kommentare

Warum liegt eigentlich eine Woche zwischen Weihnachten und
Neujahr?

Wohl damit man Zeit hat für sämtliche Weihnachtsfeiern,
-gottesdienste und –besuche. Heute, am 27.12.14, ist der größte Teil von
Weihnachten zwar auch hier vorbei, aber so ganz möchte man es scheinbar doch
noch nicht ziehen lassen. Heute Abend ist ein Jugendweihnachtsgottesdienst,
morgen dann ein anderer, das zieht sich so hin bis Silvester und auch im Januar
wird es noch die eine oder andere Weihnachtsfeier geben. Und das, wo das Ganze
eigentlich schon im Oktober angefangen hat. Seit ich in Indonesien angekommen
bin, blinken mich aus jeder Ecke Plastikweihnachtsbäume in allen erdenklichen
Farben mit schrillen weihnachtsliederspielenden Lichterketten und Lametta an.
Die Intensität und Menge dieser Weihnachtsdekoration erreichte nun in den
letzten Wochen ihren Höhepunkt und waren die Plastikbäume aus, bastelte man
einfach neue aus leeren Flaschen, CDs oder Müll. Ich muss zugeben, dass ich von
dieser Kreativität ziemlich beeindruckt bin, wobei ich doch immer noch die gute
alte Tanne, die ein paar Tage im Wohnzimmer steht und mit ein paar Kerzen
geschmückt wird, bevorzuge.

Auch wenn ich bis zum heutigen Tage nicht wirklich in
Weihnachtsstimmung gekommen bin (außer vielleicht ein bisschen beim „Stille
Nacht“, in der dunklen, nur mit Kerzen erleuchteten Kirche. Das kann ich jetzt
auch auf Indonesisch schon perfekt mitträllern.), konnte man es gar nicht
„übersehen“, das Weihnachten kommt. Seit Wochen ist die ganzen Stadt mit
riesigen Bannern behangen, die allen Bewohnern ein frohes Fest wünschen, ich
bin schon auf sämtlichen Sinta Claas Paraden, bei denen die Jugendlichen
weihnachtlich verkleidet mit dröhnender Musik auf Pick Ups durch die Stadt
rasen und Süßigkeiten schmeißen (es erinnert mich eher an Karneval) mitgefahren
und wenn ich gewollt hätte, dann hätte ich wohl in den letzten Wochen jeden Tag
auf eine Weihnachtsfeier gehen können.

Vor den Weihnachtstagen hatte ich ehrlich gesagt ein
bisschen Angst. So weit weg, so „ganz allein“ in einem so anderen Kontext. Aber
eigentlich war diese Angst unbegründet und Weihnachten zwar vollkommen anders,
als ich es gewohnt bin, aber doch ganz schön. Der 24.12 war noch relativ
entspannt und ich habe mit Hilfe der Nachbarskinder aber leider eher mäßigem
Erfolg versucht, Weihnachtsplätzchen zu backen. Und dann startete am Abend ein
dreitägiger Kirchen- und Besuchsmarathon. Hier ist es nämlich Tradition, die
Weihnachtstage dazu zu nutzen, alle möglichen Menschen zu besuchen, Geschenke
spielen dafür eigentlich überhaupt keine Rolle. Was mich überrascht hat war,
dass zu vielen dieser „Empfänge“ auch viele Muslime kamen, um mit uns Christen
„unser“ Fest zu feiern. Das hat mich sehr gefreut. Überhaupt ist Indonesien für
mich oft ein positives Beispiel des Zusammenlebens der unterschiedlichen
Religionen.

In diesem Sinne: Selamat Hari Natal und auf die nächste Weihnachtsfeier. Nach
Weihnachten ist vor Weihnachten. Mal sehen, ob die Banner überhaupt abgehangen
und die Bäume weggeräumt werden. Und Weihnachtslieder kann man ja schließlich
eigentlich auch im März singen.

Memo an mich selbst: Nächstes Jahr, wenn du wieder im
Schmuddelwetter in Deutschland sitzt, wirst du dir die Hitze zurück wünschen.
Wo du jetzt doch so Lust auf kaltes Wetter hast…

Jaja, the grass is always
greener on the other side of the fence…

Eure Johanna

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