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Von etwas, das mich schon länger beschäftigt

Autor: JohannaBodendie | Datum: 01 Januar 2015, 05:01 | 0 Kommentare

Ja, von was eigentlich. Schon länger hatte ich darüber
nachgedacht, mal etwas über nationalsozialistische Symbolik und das Bewusstsein
darüber, das mir hier begegnet (oder eben nicht) zu schreiben. Dass ich es
jetzt tue hat den Grund, dass mir gestern beim Einkaufen fast der Stoff aus der
Hand gefallen ist, als sich mir vom T-Shirt des Verkäufers ein (in Deutschland
verbotenes!) Hakenkreuz präsentierte. Ich kenne den Verkäufer nicht, trotzdem
gehe ich davon aus, dass er kein Nazi ist. Nur im Gegensatz zu Deutschland, wo
wahrscheinlich jedem dieses Symbol sofort negativ auffallen würde, löst es hier
keine schlechten Konnotationen aus. Genauso wenig, wie die Jugendlichen, die in
Dauerschleife das Deutschlandlied (also nicht die 3. Strophe) hören, wohl der
Meinung sind, das Deutschland über allem stünde, zumal sie den Text ja gar
nicht verstehen. Ich wäre allerdings vor Ungläubigkeit über das, was ich da
höre, fast meiner Angel hinterher gefallen. Auch als „Narzist“ würden sich bei
uns wahrscheinlich die wenigsten bezeichnen, wobei es hier einfach bedeutet,
dass man sich gern selbst fotografiert.

Ein anderes interessantes Erlebnis war, als wir eines abends
beim Youth for Peace Camp gemütlich beisammensaßen und plötzlich ein
indonesischer Teilnehmer sagte, er sei der Meinung, dass Hitler schon jemand
sei, den er respektiere, da er ja schon viel geschafft habe und ein ganzes Land
auf diese Weise organisiert habe und so weiter. Sofort waren wir Deutschen in
Alarmbereitschaft und reagierten alle fünf komplett gleich. Mit Ablehnung
dieser Gedanken. Versuchten, ihm diese Denkweise auszureden und bloß kein gutes
Haar an Hitler und dem 3. Reich zu lassen. Natürlich war die Meinung des
Indonesiers nicht unbedingt reflektiert und hintergründig fundiert, doch später
ist mir dann aufgefallen, dass unsere das auch nicht wirklich war. Jahrelang
werden wir darauf gepolt, alles Nationalsozialistische abzulehnen, was ich
persönlich nicht unbedingt kritisiere. Trotzdem hatte ich nie darüber
nachgedacht, dass das anderswo nicht so sein könnte…

Ich will das gar nicht bewerten, weil ich mir selbst noch nicht klar darüber
bin, wie das einzuschätzen ist und was ich darüber denken möchte. Ich wollte
nur gern mal davon erzählen.

Memo an mich selbst: Tolerant zu sein und die Welt zu
entdecken heißt vielleicht auch, wenigstens zu versuchen, Denkweisen zu
verstehen, die einem völlig absurd und vielleicht sogar zuwider erscheinen. Man
muss es dann immer noch nicht gut finden doch sollte sich bewusst sein, dass
die eigene Meinung und Überzeugung nicht immer und überall die letztgültige
Wahrheit ist!

Eure Johanna

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